Als die Anfrage von Katrin und Christian uns aus Kiel erreichte, wurden wir ziemlich schnell ziemlich kribbelig. “Ihr feiert also auf einem Campingplatz. In Frankreich. In der Nähe von Bordeaux. Und lasst Euch direkt am Strand trauen. Also am Atlantik… dem… Ozean?!?”

WOW! Wie cool ist das denn? Ja klar wollen wir da dabei sein!!

Und was soll ich sagen? Diese Hochzeit war in so ziemlich jeder Hinsicht anders, als jede andere Hochzeit, die ich bisher erlebt habe. Handgepäck voller Kamera- Equipment. Abflug freitags in Frankfurt, umsteigen in Paris. Landung in Bordeaux, Mietwagen, noch schnell zwei Gäste aufsammeln, die am selben Tag angekommen sind. Fahrt nach Carcans Plage, Begrüßung durch das Brautpaar und eine großartige Hochzeitsgesellschaft – zwischen VW- Bussen, Zelten und Pavillons. Und sich fühlen als sei man gerade in einer Mischung aus Urlaub uns “zu Hause” angekommen. Sand in den Schuhen, Piniengeruch, Salz auf der Haut.

Am nächsten morgen früh raus – Fotos der Vorbereitungen. Es werden Gitarren gestimmt, Lieder gesungen, Tischkärtchen und Deko gebastelt. Alles im Ozean- Kontext. Die ersten 300 Fotos sind gemacht und es fühlt sich immer noch wie Urlaub an. Der Pfarrer kommt zur Vorbesprechung, die Braut schminkt sich. Bin ich wirklich erst 15 Stunden hier??

Dann geht’s über die Düne zum Strand. Dramatischer Himmel, der Wind peitscht, die Sonne lacht, die Zeremonie beginnt. Schifferklavier. Ringetausch. Kuss. Jetzt rauscht alles an mir vorbei. Wahnsinn. Als die beiden Ihren letzten Schluck Sekt in den “großen Schluck” gießen, wie Christian das Meer liebevoll nennt, fühle ich mich schon wie im Fotoshooting. Obwohl wir da noch gar nicht angekommen sind. Als nächstes geht es zum Essen zurück auf den Campingplatz. Das Basiscamp sieht jetzt ganz anders aus als noch heute morgen. Festlich. Die Stimmung bleibt ausgelassen und fröhlich. Wieder viele Lieder, Reden und Ansprachen. Nach dem Essen mache ich mich mit dem Brautpaar auf zum Shooting. Christian ist selbst Fotograf. Er hat genaue Vorstellungen, das habe ich schon am Telefon erfahren. Ich hoffe, dass ich seinen Ansprüchen gerecht werde. Viel Respekt und ein wenig Angst sind auch mit im Spiel…

Aber das Meer, das Wetter, das Licht und die gute Stimmung machen das vielfach wieder wett.

Nach dem Shooting geht die Party direkt am Strand weiter. Der Ghettoblaster läuft die ganze Nacht mit einer umgebauten Autobatterie…

Am nächsten Morgen muss ich leider wieder zurück. Schade. Ich hätte auch noch zwei Wochen bleiben können. Aber der Flieger wartet nicht.